Letzte Woche Dienstag war ich mit Szilvia in Tallinn und wir haben bei herrlichstem Wetter die schöne Altstadt genossen und sind mal ordentlich shoppen gegangen =)
Mittwoch und Donnerstag war ich arbeiten, wobei Donnerstag wirklich mal Arbeit angesagt war. Szilvia und ich waren nämlich quasi allein mit der Gruppe und mussten 12 Stunden arbeiten!! (SO, von wegen ich mach nix und so, ne…) Freitag war ein witziger Tag. Als ich Dienstag mit Szilvia von Tallinn wieder nach Hause gefahren bin, hat uns ein Mann mitgenommen. Der war sehr nett und als Szilvia ihm erzählte, dass wir am Freitag nach Jägala zu einem Wasserfall fahren wollten, war er gleich sehr angetan, und meinte, er würde gern mitkommen. Haben wir uns also am Freitag mit ihm in Tallinn getroffen. Das Praktische an der Sache war, dass er ein Auto hatte und wir so nicht trampen mussten =) Zuerst sind wir in ein Museum gefahren, wo über Ausgrabungen in der Region berichtet wurde. Dort gibt es nämlich eines der grössten Grabfelder Estlands, wo vor mehr als 2000 Jahren in sogenannten Steinkistengräbern die Toten unverbrannt bestattet wurden. War sehr interessant und Gott sei Dank auf Englisch. Danach gings weiter zum Wasserfall, unserem eigentlichen Ziel. Dort war es traumhaft schön. Also die ganze Umgebung war einfach unbeschreiblich. Das war einer der schönsten Plätze, an denen ich bisher war. Der Wasserfall ist 8 Meter hoch und sehr sehr breit. Jedoch hat der Fluss im Sommer nicht ganz so viel Wasser, darum konnten wir nicht das “Gesamtkunstwerk” bestaunen. War aber trotzdem sehr beeindruckend…

Danach haben wir uns noch ein altes Wasserwerk angeschaut.. Eigentlich wollten wir dann irgendwo unser Zelt aufschlagen und am nächsten Morgen nach Viljandi zurück. Aber es kam mal wieder ganz anders als geplant. An dem Abend hatte nämlich eine russische Freiwillige in Tallinn Geburtstag. Wir sind da also spontan hingefahren und haben mit ihr und einigen anderen Leuten gefeiert (Ja, ich weiss, da war die Mia schon wieder am Feiern.. Aber hey, dafür gabs ja quasi den ganzen Tag Kultur =)) Es war sehr witzig und ich habe wieder ein paar mehr Leute kennen gelernt (sehr praktisch, denn je mehr Leute man hier kennt, desto grösser ist die Chance, dass man immer ne Unterkunft hat, wenn man mal unterwegs ist =)) Am nächsten Tag war in Tallinn eine Art Festival mit verschiedenen Bands aus Skandinavien. Da wollten Simon und ich hingehen. Szilvia war weniger begeistert und ist morgens nach Viljandi zurückgefahren. Das Problem war, dass wir ungefähr eine halbe Stunde zu spät am Ticketschalter waren, und die 50%billigeren Karten nicht mehr bekommen haben. Da wir auf dem Festival eh nicht bis zum Ende hätten bleiben können, da wir am gleichen Abend noch zurück nach Viljandi mussten, hätte sich der teure Preis nicht gelohnt. Also fand das Festival leider ohne uns statt =( Naja, haben uns dann noch nen schönen Tag in Tallinn gemacht und wollten dann abends heim. Sind extra früher weg, weil es abends schwieriger ist zu trampen und haben uns voller Hoffnung an die Strasse gestellt. Als wir nach über ner Stunde immer noch kein Auto hatten, war die Hoffnung schon sehr sehr klein zusammengeschrumpft. Okay, dachten wir uns, nehmen wir halt den Bus. Ja, aber natürlich ist ausgerechnet Samstag der Tag, an dem der letzte Bus schon 19 Uhr fährt.. Keine Ahnung, wer diese Scheissfahrpläne aufgestellt hat, aber diesen jemand, kann ich NICHT leiden!!! Tja, dann hielt aber doch ein Auto mit sehr netten Leuten, die super gut Deutsch sprechen konnten. Sie haben uns mitgenommen, allerdings nur bis 50 km vor Viljandi, weil sie woandershin wollten. Dann standen wir also so gegen halb 10 auf der Strasse mitten im Nirgendwo, es war stockfinster und es kamen kaum Autos vorbei. Schöne Aussichten!! Wenn doch mal ein Auto kam, dann fuhr es meistens vorbei. DANKE! An diesem Punkt hatten wir beide uns eigentlich schon drauf eingestellt, die Nacht irgendwo aufm Feld oder im Wald zu verbringen. Schöne Vorstellung, wenn man bedenkt, dass es saukalt war… ABER, als wir grade losmarschieren wollten, hielt doch nicht etwa doch ein Auto. Ihr könnt euch unsere Erleichterung nicht vorstellen.. Man, das war so cool. Und das warn auch noch so herrliche Leute: Seefahrer, mit einem krassen Humor =) Puh, sind wir also doch noch zu Hause angekommen…
Sonntag Morgen war dann Arbeit angesagt: Maire wollte Holz für den Winter holen. Da mussten natürlich alle mit anpacken. Wir also mit dem Auto irgendwo in den Wald zu einem kleinen Hof gefahren, wo das Holz schon abholbereit gestapelt stand. Das erste, was uns dort begrüsste, war ein HUND, natürlich, was sonst.. Aber das war nicht irgendwie nur so ein Minitier, nein, das war ein GROSSER Schäferhund. Freudestrahlend kam er auf uns zugerannt. Weniger freudestrahlend wollte ich am liebsten vor ihm wegrennen. Aber bin mutig stehen geblieben und hab ihn schnuppern lassen. Allerdings muss mein Gesicht einen sehr verstörten Ausdruck gehabt haben, denn Simon hat sich köstlich amüsiert (Wenigstens einer von uns beiden) Aber es reicht natürlich nicht, wenn da ein so ein Riesenköter rumrennt, nein. Ich hatte gerade den ersten Schock überwunden, da begrüsste uns auch schon der nächste, nicht weniger grosse Hund, mit einem wohlklingenden Bellkonzert. Herrlich. Das war genau das richtige für mich. Und natürlich mussten wir auch noch an dem kläffenden Tier VORBEI laufen. Todesmutig habe ich einen Fuss vor den anderen gesetzt und bin mit angehaltenem Atem vorbei. Aber, ich habe überlebt und es ist auch noch alles dran an mir.. Naja, soviel zur neuesten Episode aus “Maria und der Hund". Jedenfalls mussten wir dann das ganze Holz auf das Auto draufschmeissen. Das mag am Anfang noch witzig gewesen sein, aber nach einer Stunde konnte ich irgendwie gar nicht mehr lachen. Ich möchte mich aber an dieser Stelle mal bei meiner Sportlehrerin entschuldigen. Und zwar dafür, dass ich mich immer beschwert habe, wenn wir Linienlauf gemacht haben. Ich habe all die Jahre nicht verstanden, wofür das gut sein soll. Jetzt aber, in dieser holzstapeligen Phase meines Lebens, habe ich begriffen, dass die liebe Frau Gerhard uns einfach nur für das wahre Leben fit machen wollte. DANKE!
Nachdem das ganze Holz dann endlich auf dem Auto war, sind wir zum Haus gefahren. Und dort musste alles wieder runter und schön ordentlich gestapelt werden. Ich sage euch, das ist auch eine schöne Art seinen Sonntag zu verbringen.. Nach insgesamt 4 Stunden, waren wir endlich fertig und ich kaputt.. Aber dafür haben wir jetzt einen wunderbaren Holzstapel neben dem Haus und müssen im Winter nicht frieren. Hat sich das ganze doch gelohnt =)
Ja, so siehts also aus. Heute war ein Gammeltag und ausser Wäschewaschen ist nichts spannendes passiert (ja, Wäschewaschen geniesst bei mir noch einen hohen Abenteuerfaktor, denn da das sonst Mutti gemacht hat, ist es nicht so selbstverständlich, dass das Ergebnis auch wirklich immer die reine Wäsche ist!!)
Das wars dann also erst mal wieder... Nägemist