Wieder ist einige Zeit verstrichen, wieder ist einiges geschehen..
Letzte Woche beehrten mich Tantchen und Onkelchen Kuhn hier in Estland. Sie hatten sich für eine Woche in den Norden begeben und machten sich auf das Land zu erkunden. Da ich arbeiten musste, konnte ich sie vorerst auf ihren Erkundungsfahrten nicht begleiten, aber dennoch blieb genügend Zeit, dass ich ihnen mein kleines schönes Viljandi zeigen und sie auch ein bisschen in die estnische Musikkultur einführen konnte.
Donnerstag war für mich ein besonderer Tag. Denn es war der Tag, an dem das kleine Kunstprojekt stattfinden sollte, an dem ich mit beteiligt war. Hatte mich mit 2 Freiwilligen in Tallinn zusammengeschlossen und ein Projekt entwickelt, welches Verständnis und Toleranz in Estland fördern sollte. Also, das ist ein ziemliches Problem bei den Esten. Sie sind total intolerant gegenüber den Russen und mit behinderten Menschen wollen viele nichts zu tun haben. Das trifft natürlich nicht auf alle zu, aber leider auf den Großteil der Bevölkerung. Darum haben wir uns gedacht, dass wir gern ein Zeichen setzen würden. Kein sehr großes, das wissen wir, aber immerhin ein kleines! Die beiden Mädels in Tallinn arbeiten jeweils in einem estnischen und einem russischen Kindergarten. Sie haben sich also ein paar von ihren Kindern gesucht. Ich habe mir 4 meiner Kiddies geschnappt und bin mit ihnen nach Tallinn gefahren. Dort haben alle Kinder gemeinsam Bilder zum Thema "Frühling" malen lassen. Es war sehr interessant das ganze zu beobachten. Am Anfang haben sie sich alle noch sehr skeptisch angesehen. Aber gegen Ende haben sie richtig gut zusammen gearbeitet. Am 5. Mai soll dann eine Ausstellung mit den gemalten Bildern und auch Fotos in Tallinn eröffnet werden, wo die Besucher darauf aufmerksam gemacht werden sollen, dass die Kinder trotz ihrer Unterschiede sehr gut zusammenarbeiten und gemeinsam Kunst erschaffen können.

Soviel zur Erklärung. Der Tag war echt total schön. Meinen Kindern hat es voll viel Spaß gemacht und es war schon ein ganz schönes Abenteuer nach Tallinn zu fahren. Somit war ich sehr zufrieden mit dem gesamten Tag und kann sagen: Es hat sich gelohnt!
Freitagmorgen habe ich mich dann gemeinsam mit Anja und René in Richtung Riga begeben. Bei Mistwetter sind wir angekommen, was die Stadt leider nicht so sympathisch hat wirken lassen. Aber glücklicherweise änderte sich das ganze noch zum positiven und somit konnten wir dann doch noch die Stadt genießen und durch die wunderschöne Altstadt schlendern. Am nächsten Morgen gings dann zeitig los wieder Richtung Estland entlang der Ostseeküste zwischen Riga und Pärnu. Bei traumhaft blauem Himmel wirkte das Meer sehr einladend zum schwimmen (aber ich wusste noch zu gut, wie eiskalt das ist..) Somit fuhren wir auf schönen Wegen nach Tallinn. Dort trennten sich auch schon wieder unsere Wege. Die beiden Urlauber machten sich auf den Weg zum Flughafen um die Heimreise anzutreten und ich verbrachte das weitere Wochenende in Tallinn. Da momentan die Sonne auf Höchsttouren arbeitet, bot sich der Sonntag für einen netten Strandtag an. Haben den ganzen Tag nur faul herumgelegen und die Seele baumeln lassen.

Abends waren wir gregorianisch essen. Ich kann nur sagen: sehr zu empfehlen. Ein weiterer Grund doch mal nach Georgien zu fahren =)
Montag habe ich dann endlich meinen neuen Reisepass von der Botschaft in Tallinn bekommen. Jetzt kann ich also doch noch meine Reise nach St.Petersburg planen. Sehr schön.
Am Montag hatte außerdem meine liebe Mitbewohnerin die Marie Geburtstag. Zur Feier des Tages war auch noch ihre gesamte Familie (Eltern + 3 Geschwister) anwesend. Es wurde also ein netter französischer Abend, die Mutter hatte gekocht und Kuchen gebacken und aus einem Mix aus Englisch, Deutsch, Französisch und Händen-und-Füßen haben wir uns alle gut unterhalten (Maries 9-jährige Schwester wollte auch schon die Adoptionspapiere besorgen, damit ich sie mit nach Deutschland nehmen kann =D)
Dienstag war auch noch sehr cool. Wir hatten abends Karten für ein Konzert von "Trash.dk". Wussten nicht so richtig, was uns erwartet und sind einfach mal auf gut Glück dahingegangen. Umso lauter haben wir gejubelt, als das ganze los ging. Die "Band" aus Dänemakr hatte auf die normalen Instrumente verzichtet und bediente sich lieber so Gegenständen wie Mülltonnen, Minifahrrädern, Glasflaschen, Zeitungen etc. Wir waren wirklich sehr begeistert. Die hattens nicht nur rhythmisch und musikalisch drauf, sondern waren auch schauspielerisch sehr cool drauf.. Jedenfalls habe ich herzhaft gelacht =)

Tja, ansonsten stand wieder arbeiten auf dem Programm und nun begeb ich mich ins Wochenende =)
Machts gut bis bald und tüdelü